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Seite 2 von 9 Am Abend probierten wir das leckere Bier in "Sir Peters" Hafenbar, wo sich die Weltumsegler und die Atlantiküberquerer trafen, um Erlebtes auszutauschen. Über die große blaue Segelyacht wusste man zu berichten, dass es dort 6 festangestellte Crewmitglieder gab und dass die Frau und die Tochter des Eigners auf der Fahrt zu den Azoren so seekrank waren, dass sie von einem Hubschrauber abgeholt wurden.
Einen weiteren Mitfahrer haben wir allerdings nicht gefunden, Es wäre wohl noch zu früh im Jahr und der Hafen auch noch ziemlich leer. Also mussten wir die kommenden Wochen zu viert ausharren. Am nächsten Tag wurden alle Einkäufe für die nächsten 3 Wochen getätigt und der Taxifahrer bewies viel Geschick, als er uns zwischen Wasserschläuchen und gerade neu entstehenden "Kunstwerken" bis an den Steg vor unser Schiff fuhr. Auch unser Skip hatte seine Einkäufe erledigt und unter anderem ein Beil erstanden. Bei Wassereinbruch würden wir es zum Zerlegen des Inventars benötigen, um das Leck zu finden oder zum Zerteilen eines Bodenbrettes, um ein Notruder zu bauen. Mein Erstaunen behielt ich für mich. Immerhin war er auf alles vorbereitet und wusste offensichtlich wovon er sprach. Als nächstes teilte er uns mit, dass das Ruder nicht mehr repariert werden könnte.
Nach dem üppigen abendlichen Fischrnahl fielen wir alle müde ins Bett und freuten uns auf den nächsten Tag an dem es endlich losgehen sollte. Tatsächlich, am Dienstag den 27.04.2004, 10:30 Uhr, legten wir bei strahlendem Sonnenschein ab Richtung Lands End", dem südwestlichsten Zipfel Englands. Im weiträumigen Hafen zogen wir das Groß hoch. Wie immer war es erst mal wieder schwierig die gesamten Fallen und Schoten gedanklich zu sortieren. Winschkurbel parat legen, los geht's. Am "Großfall" ziehen, Klemme zu, am "Cunningham" ziehen, "Dirk" lösen, "Cunningham, den Cunningham niederholen" schrie mir der Skip entgegen, warum Cunningham? Wir binden doch kein Reff ein. "Cunningham!!!!!!" Na gut wegen mir. Aber wo ist der Cunningham Strecker??? Suchen, ..ach dort. Nachdem die Schot dichtgeholt war erkannten wir, dass durch die Cunningham Kausch das Vorliek strammgezogen wurde, da das Großsegel ja nicht Original und nur angepasst war. 0.K., keine weiteren Fragen.
Anschließend wurde ich ans Ruder zitiert. "Dein Kurs ist 50 Grad" - Zu Befehl. In Gedanken immer noch mit dem setzten der Segel beschäftigt stellte ich schnell fest, dass ich kaum in der Lage war geradeaus zu fahren, welches an dem losen Ruderlager lag. Oh Gott, das Konto der Minuspunkte für diesen Tag war damit wohl schon voll.
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