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Segeltörn Azoren - Amsterdam |
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Seite 5 von 9 Mit einer handtuchgroßen Genua schossen wir mit 8 Knoten Geschwindigkeit durch die Wellen. Na immerhin waren wir schnell und näherten uns somit der 1.000 sm. Tagsüber hörten wir die Meldungen über die Schäden, die der Sturm vor allem in der Biscaya angerichtet hatte. Einige Frachter waren dort in Seenot geraten und vor England trieb offensichtlich eine unbemannte Segelyacht.
Die Backskisten waren über die Tage vollgelaufen (an lenzen war nicht zu denken) und das Wasser suchte sich nun seinen Weg nach unten in die Achterkabinen. Alles war nass und die Luftfeuchtigkeit im Boot betrug mittlerweile 99%. Mit meinem Schlafsack, den ich gerade noch retten konnte, legte ich mich in den Salon. Auf die Vorschiffskabinen konnte ich gut verzichten, außerdem waren die schon belegt. Besonders schwer fiel es uns allen sich nachts für die Wache fertig zu machen, wenn es draußen heulte und pfiff und man doch lieber in seinem feuchten Schlafsack liegen bleiben wollte. Das bisschen Mondlicht, das wir am Anfang unserer Reise nachts hatten, war nun auch weg. Alles war stockdunkel. So lauschten wir, ob uns gleich die nächste Welle "kriegen" würde. Der einzige Luxus nach einer Wache bestand darin eine leere Plastikflasche mit heißem Wasser zu füllen und in den Schlafsack zu stecken, um damit wenigstens die in den Gummistiefeln immer kalten Füße zu wärmen. Ein lautes zischendes Geräusch beunruhigte uns auch nicht mehr. Es war mittlerweile die dritte Rettungsweste, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit aufging. Darin endlich ließ der Wind langsam nach und anhand unserer Position, den schrumpfenden Vorräten und unserer Müdigkeit waren wir uns einig, der nächste Hafen der vorbeikommt nehmen wir. Ein Blick in die Karte verriet, dass es Brest in der Bretagne sein würde. Frankreich war auch gut. Nach Tagen ohne Brot fiel uns dabei natürlich als erstes frisches Baguette ein. Toll. Also Frankreich.
3 Tage später erreichten wir die französische Küste. Die Sonne erwärmte uns als nachmittags plötzlich ein Flugzeug ca. 30 in über dem Wasser hinter uns auftauchte und drei Mal unser Heck umflog, um uns zu fotografieren, Es war die Küstenwache, die unseren Namen und den Heimathafen erkunden wollte. So aufwendig? Schließlich befanden wir uns an einer Aussengrenze von Europa. Wer weiss wer und was alles über den Atlantik kommt.
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